Kategorie Klima- & Umweltschutz - 17. Juni 2021

ASFINAG testet Verkehrsschilder aus Holz

Die ASFINAG setzt auf Verkehrsschilder aus Holz und erwartet sich eine längere Haltbarkeit – und auch CO2-Einsparungen

Die Idee entstand beim jährlichen Unternehmensinnovationstag der ASFINAG: Peter Rath, der in der Mautgesellschaft eigentlich für die Weiterentwicklung der Videoüberwachung zuständig ist, brachte den Vorschlag, künftig in der Beschilderung auf Holz zu setzen, ein. Jetzt wurde diese Idee des ASFINAG-Mitarbeiters Peter Rath testweise umgesetzt.

© ASFINAG

Am Mittwoch wurden beim Rastplatz Hainersdorf bei Bad Blumau die ersten 29 Holzschilder montiert, auch in Tirol auf der A12 bei Imst werden die herkömmlichen Hinweis- und Verkehrsschilder aus Alu ausgetauscht, künftig zeigen solche aus Holz den richtigen Weg. Dem Probeeinsatz ging natürlich eine umfangreiche Recherche voran. „Zuerst galt es zu klären, ob das rechtlich und natürlich auch sicherheitstechnisch machbar ist“, sagt der 37-Jährige. Das Schild selbst wird aus Bambus gemacht, die Steher werden aus Accoya gefertigt, das ist ein mit Essig behandeltes Kiefernholz. Auf die Haltbarkeit gibt es 25 beziehungsweise sogar 50 Jahre Garantie.

Marktplatz Innovation: Das ökologische Verkehrszeichen Ecoguide gibt es auch auf dem Marktplatz Innovation der IÖB-Servicestelle. Der Markplatz ist virtuelles Schaufenster für verwaltungstaugliche Innovationen und Vertriebskanal zu öffentlichen Auftraggebern.

Bambus, eigentlich ein extrem schnell wachsendes Gras, ist trotz des Imports ganz besonders klimaneutral und für die Produktion der Schilder aufgrund seiner Belastbarkeit ideal. Verwendet wird dabei auch eine spezielle Bambus-Sorte, die unter zertifizierten Bedingungen in Kleinbauernstrukturen angebaut und geerntet wird. Im Zuge des Projekts wurde auch versucht, heimisches Holz für die Herstellung der Verkehrsschilder und der Steher zu verwenden. Allerdings konnten damit die Normen hinsichtlich Stabilität und Belastbarkeit nicht erfüllt werden. Europäischen Bambus gibt es ebenfalls noch nicht, obwohl der Anbau in Europa grundsätzlich möglich wäre.

© ASFINAG

Im Pilotversuch wird nun getestet, ob diese Schilder und die Steher Hitze sowie Kälte und Schnee unbeschadet überstehen. Rath: „Bis zum Sommer 2022 werden wir dann die Ergebnisse evaluieren. Klappt alles so wie gedacht, könnten wir Schritt für Schritt ganz auf Holz und Bambus umstellen.“

400 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen

Entscheidender Vorteil der Holzvariante: Bei der Produktion würde im Vergleich zur Alutafel nur etwa ein Zehntel an CO2 anfallen. „Die ASFINAG wird durch die nachhaltigen Verkehrsschilder etwa 400 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen können, man will als ASFINAG künftig nachhaltiger aufgestellt sein, und dazu tragen die Holzschilder aus Bambus bei“, so Rath.

Bei den Kosten ist die ökologische Variante derzeit noch im Nachteil, das Holz-Bambus-Schild ist etwa doppelt so teuer. „Da würde aber die höhere Stückzahl den Preis jedenfalls deutlich senken“, ist Rath überzeugt. „Auch die Haltbarkeit dürfte besser sein, sowohl was das Schild betrifft als auch hinsichtlich der aufgeklebten Folie, die auf Holz besser halten soll.“

Pro Jahr tauscht die ASFINAG zwischen 1.500 und 3.000 Verkehrsschilder unterschiedlichster Größen aus. Die Ökobilanz ist klarerweise bereits bei einem einzigen Schild positiv. Fallen bei der Produktion einer Alutafel je nach Größe zwischen 24 und 350 Kilogramm CO2, an, so ist es bei einer aus Holz und Bambus nur grob ein Zehntel davon. Die insgesamt 29 neuen Holzschilder auf der A 2 bedeuten bereits eine Einsparung von 5,6 Tonnen CO2. In Imst in Tirol werden acht Tafeln getauscht, die Einsparung beträgt etwa zwei Tonnen.

Maßnahmenpaket gegen extremes Rasen beschlossen