Kategorie Mobilität - 24. April 2019

Generalsanierung: Flughafen Salzburg bis 28. Mai gesperrt

Start- und Landepiste wird innerhalb von fünf Wochen generalsaniert

Wegen der Generalsanierung der Start-und Landbahn wird der Flughafen Salzburg ab Mittwoch, 24. April, bis 28. Mai gesperrt. Der Flugverkehr wird in diesen fünf Wochen eingestellt, davon ausgenommen sind ÖAMTC-Rettungshubschrauber und Polizeihubschrauber.

Bereits am Freitag wird mit der Zertrümmerung der rund 60 Jahre alten Betonpiste begonnen. Am Sonntag starten die Asphaltierungsarbeiten. Am 17. Mai soll die Bauphase abgeschlossen sein, die letzte Woche wurde als Reserve eingeplant. „Es wird weder an der Pistenausrichtung, noch an der Länge oder Breite der Piste etwas geändert“, sagte Flughafensprecher Alexander Klaus zur APA.

Der städtische Flugplatz Salzburg bei seiner Eröffnung 1926. © salzburgerland.com

Die 2.850 Meter lange und 45 Meter breite Piste wurde Anfang der 1960er-Jahre errichtet. Ihre weitere Instandhaltung wäre mit hohen laufenden Kosten verbunden. Eine stückweise Sanierung hätte mehr als ein Jahr länger gedauert und wäre teurer gewesen. Deshalb hat man sich zu einer Generalsanierung entschlossen. Alleine die Planungs-und Baukosten betragen circa 30 bis 32 Millionen Euro, wobei in diesem Baujahr 26,2 Millionen Euro anfallen, wie Klaus erklärte.

Die Sanierung ist eine logistische Herausforderung. Rund 200 Bauarbeiter und 80 bis 100 Lkw stehen im Dauereinsatz. Mit den 115.000 Tonnen Asphalt, die auf die Piste aufgebracht werden, könnte eine 50 Kilometer lange und zehn Meter breite Straße mit einer zehn Zentimeter dicken Asphaltschicht überzogen werden, veranschaulichte der Flughafensprecher. „Die maximale Tagesleistung beträgt 8.500 Tonnen Asphalt.“ Das Projekt kostet inklusive Bau- und Planungs-und durch die Sperre verursachten Ausfallskosten zwischen 40 und 42 Millionen Euro.

https://www.facebook.com/salzburgairport/videos/352684138704684/

Die alte Start- und Landebahn wird nicht abgetragen. Die alte Betondecke bleibt als Unterbau für die neue Piste erhalten. Damit diese spannungsfrei ist und keine Risse an der Oberfläche verursacht, wird der alte Beton aufgebrochen. Ein großes Fallbeil erzeugt Sprünge in der Betondecke. Auf das Fundament werden insgesamt vier Schichten Beton und Asphalt aufgetragen. Mit dieser Variante spart sich der Flughafen etwa 4.000 Lkw-Fuhren an Abraummaterial.

Die Arbeiten werden vorwiegend zwischen 6.00 und 22.00 Uhr durchgeführt. Aus Rücksicht gegenüber den Anrainern sollen in der Nacht nur wenig lärmintensive Arbeiten stattfinden. Falls länger anhaltendes, schlechtes Wetter diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung macht und Verzögerungen verursacht, könnten die Bauarbeiten auch in die Nacht verlegt werden. Im Zuge der Arbeiten werden auch 185 Kilometer Kabeln verlegt und 1.000 Unter- und Oberflurlichter auf LED umgetauscht.

Saniert werden neben der Piste auch die Anschlussbereiche an die Rollbahn. Außerdem wird die Sperre zur Erneuerung einzelner beschädigter Betonfelder am Flughafen-Vorfeld und für Instandhaltungsmaßnahmen im Flughafengebäude genutzt.

Durch die Flughafensperre entfallen in etwa 1.600 Flugbewegungen, wie Klaus erklärte. Diese Zahl errechne sich aus dem zuerwartenden Wert für 2019 und den herangezogenen Flugbewegungen aus den Jahren 2017 und 2018. Zwei Drittel der Flughafenmitarbeiter nehmen in der Sanierungsphase zumindest zeitweise Urlaub, in diese Zeit fällt auch der Betriebsurlaub des Flughafens. Die Beschäftigten können auch Ausbildungs- und Fortbildungskurse besuchen.

Einige Fluglinien haben für ihre „Salzburg-Passagiere“ eine Lösung parat. So verzehnfacht Austrian ihre Rail&Fly Möglichkeiten zwischen dem Hauptbahnhof Salzburg und dem Flughafen Wien. Die Mutter Lufthansa bietet ihren Kunden viermal täglich einen Busshuttle zwischen Salzburg und München an. Turkish Airlines weicht mit ihren Flügen Salzburg-Istanbul auf den Flughafen Linz aus.

Vor Beginn der Sperre kamen noch positive Nachrichten zum ersten Quartal des Jahres aus Salzburg: In diesem legte der Salzburg Airport bei den Passagierzahlen im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2018 um 7,2 Prozent oder über 47.000 auf 705.893 Passagiere zu. 2018 wurde mit insgesamt 31,726.051 Passagieren ein neuer Rekordwert an Passagieren in Österreich erreicht.

apa/red

INFObox: Die Austro Control sorgt im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) für einen sicheren, pünktlichen und umweltschonenden Flugverkehr. Keine einfache Aufgabe bei über einer Million Flugbewegungen pro Jahr und täglich bis zu 4.000 kontrollierten Luftfahrzeugen über Österreich.