Kategorie Innovation & Technologie - 11. August 2020

Nachhaltiges Bauen: Sabine Erber ist FEMtech-Expertin des Monats

Sabine Erber ist unsere FEMtech-Expertin des Monats August. Sie ist Spezialistin für Passivhäuser und energieeffizientes Bauen und seit 2007 bereits am Energieinstitut Vorarlberg, wo sie in der Beratung für Kommunen tätig und für den Kompetenzaufbau zu Forschungsanträgen auf europäischem und nationalen Ebene verantwortlich ist.

© Energieinstitut Vorarlberg (EIV)

„Ich freue mich, dass ich mit meiner Arbeit einen Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels beisteuern kann“, so Sabine Erber über den Ansporn ihrer langjährigen Tätigkeit am Energieinstitut Vorarlberg. Hinzu kommt außerdem, „dass ich in unterschiedlichen Themenfeldern immer wieder neue Herausforderungen erleben und in der internationalen Zusammenarbeit verschiedenste Menschen kennenlernen darf“. Erber, die Architektur an der TU Berlin studierte und ein Faible für schönes und energieeffizientes Bauen hat, ist seit 2007 am Energieinstitut für die Projektleitung in der Beratung für Kommunen im Servicepaket „Nachhaltig Bauen für Gemeinden“ verantwortlich. Darin unterstützt sie Gemeinden in Vorarlberg vom Wettbewerb bis zur Einschulung bei der Sanierung und beim Neubau öffentlicher Gebäude.

Projektleiterin Sabine Erber mit den PartnerInnen beim Kick-off-Meeting des vier Länder umfassenden Projekts „Low-Tech-Gebäude im Bodenseeraum“ am © Energieinstitut Vorarlberg (EIV).

Das Energieinstitut ist hierbei Beratungs-, Bildungs- und Forschungsstätte gleichermaßen. „Wir arbeiten in Energiefragen mit der Gesellschaft und für die Gesellschaft. Unser Anliegen ist es der Bevölkerung, Gemeinden und Betrieben Beratung und Bildung anzubieten und mit wissenschaftlicher Expertise zu verknüpfen, sodass allen ein nachhaltiges, sozial ausgeglichenes Leben unter Berücksichtigung der natürlichen Ressourcen ermöglicht wird“, so Erber. Dementsprechend leitet sie auch verschiedene Projekte angewandter Forschung, die sich mit den Themen Energieeffizienz und Ökologie beschäftigen sowie für einen sinnvollen Energieeinsatz und erneuerbare Energieträger stehen. So soll eine kompetente Begleitung auf dem Weg zur Energieautonomie Vorarlbergs in einem ganzheitlichen Ansatz abgedeckt werden.

INFObox: FEMtech ist eine Initiative des Förderprogramms Talente des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMK), welches seit 2005 Auszeichnungen vornimmt, um die Leistungen von Frauen im Forschungs- und Technologiebereich besser sichtbar zu machen.

Im aktuellen Projekt „Low-Tech- Gebäude am Bodensee“ in dem Erber mit dem Energieinstitut den Lead inne hat, lautet das Ziel, eine langfristige und nachhaltige Reduktion des Energieverbrauchs im Gebäudesektor in Neu- und Bestandsbauten, bei kritischer Auseinandersetzung mit technischen Komponenten. „Wir wollen Gebäude mit weniger Steuerung und Technik umsetzen.“

 

Da bewegliche, elektrische und steuerungsintensive Bauteile die geringste Lebenserwartung haben und daher im Lebenszyklus eines Gebäudes mehrfach ausgetauscht und regelmäßig gewartet werden müssen, kann hier eine Reduzierung der Gebäudetechnik auf ein notwendiges und sinnvolles Maß einen relevanten Beitrag zur Diskussion über bezahlbares, energieeffizientes Bauen- und Wohnen leisten.

„Durch die gewonnenen Erkenntnisse, den analysierten Bestands- und den begleiteten Pilotgebäuden konnten wir Low-Tech-Maßnahmen und Varianten finden, die mit reduziertem technischen Aufwand, den gleichen Nutzen stiften und dabei geringere Errichtungs- und Folgekosten produzieren.“ So leitet Erber als gebürtige Lindauerin in ihrer Heimatregion und in einer Projektpartnerschaft über vier Landesgrenzen die Umsetzung von klimaverträglichen und an den Klimawandel angepassten Bauten mit hohem Komfort, geringem Energiebedarf und langfristig überdurchschnittlicher Werterhaltung.

Das FEMtech Interview mit Imrtraut Meister finden Sie dieses Mal hier:

»Was steht auf Ihrer Visitenkarte?
Dipl.Ing.in Arch.in Sabine Erber
Energieeffizientes und ökologisches Bauen

Sie leiten die Arbeitsgruppe Arbeitsgemeinschaft Kultur im Energieinstitut. Worum geht es hier genau?
Wir versuchen eine gute Arbeitskultur zu etablieren und zu pflegen. Dazu gehört wertschätzender Umgang und motivierende Personalführung. Wir organisieren Teamtage und pflegen ein Pat*innensystem.

Sie haben zuerst als selbständige Architektin gearbeitet. Wieso haben Sie dann zum Energieinstitut Vorarlberg gewechselt?
Ich habe das Energieinstitut über spannende Projekte und motivierte MitarbeiterInnen kennengelernt und hatte Lust da mitzumachen. Außerdem ist in einem kleinen Familienbüro immer gleichzeitig für Beide zu viel oder zu wenig Arbeit da.«

Weiterlesen.

Wordrap mit Sabine Erber

  • Womit ich als Kind am Liebsten gespielt habe:
    Lego, Ich hatte sehr viele Steine und konnte ganze Häuser damit bauen.
  • Dieses Studium würde ich jetzt wählen:
    Architektur, immer wieder.
  • Mein Vorbild ist:
    Christine Lagarde, weil sie intelligent und sehr durchsetzungsfreudig ist, aber freundlich und auf angenehme Art elegant.
  • Was ich gerne erfinden würde:
    Einen Dämmstoff, der dünn ist und trotzdem extrem wirkungsvoll und günstig.
  • Wenn der Frauenanteil in der Technik 50 Prozent beträgt …
    … ist die Technik mit der Natur versöhnt.
  • Wenn der Frauenanteil in Führungspositionen 50 Prozent beträgt …
    … ist arbeiten und Familie vereinbar gemacht worden.
  • Was verbinden Sie mit Innovation:
    Antworten finden, auf drängende Probleme.
  • Warum ist Forschungsförderung in Österreich wichtig:
    Die Welt verändert sich schneller, als wir Neues entwickeln können.
  • Meine Leseempfehlung lautet:
    Corpus Delicti von Juli Zeh, eine mutige Frau kämpft in einem Überwachungsstaat um die Unschuld ihres Bruders zu beweisen, es ist sehr kritisch und spannend.
Frauen in Forschung und Technologie: Mit der Initiative FEMtech fördert das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) Frauen in Forschung und Technologie. Das BMK unterstützt Frauen im Bereich Forschung und Entwicklung mit dem Ziel, Chancengleichheit in der industriellen und außeruniversitären Forschung zu schaffen.