Kategorie Innovation & Technologie - 24. April 2020

Klimafonds greenstarter Plasticpreneur entwickelt & produziert Gesichtsschutz

Das junge Social Start-up “plasticpreneur by doing circular” entwickelte innerhalb von 48 Stunden Schutzausrüstung (Face Shields) und bietet eigens entwickelte Small-Scale Produktionsmaschinen zur lokalen selbstständigen Herstellung weltweit.

Was machen Startups in der Krise? Sie sind kreativ. In nur 48 Stunden ist es dem Greenstarter Plasticpreneur gelungen, ein Schutzschild für das Gesicht aus recyceltem Plastik zu produzieren. Und zwar in Österreich. Und nicht nur das. Plasticpreneur bietet ab sofort nicht nur fertige Masken an, sondern verkauft die kostengünstigen Produktionsmaschinen, damit auch in anderen Teilen der Welt direkt vor Ort aus Plastikabfall Schutzschilde für das Gesicht gemacht werden können – zum wichtigen Einsatz während der Corona-Krise.

 

Sören Lex: „Wenn bei uns der Bedarf nach Schutzausrüstung nicht gedeckt werden kann, dann möchten wir uns nicht vorstellen wie es in vielen anderen Ländern aussieht. Mit unseren Produktionsmaschinen kann eine Kleinproduktion innerhalb kürzester Zeit überall auf der Welt starten.“

https://www.facebook.com/plasticp^reneur/videos/156124905838232/

 

Plasticpreneur ist ein aktueller Greenstarter des Kima- und Energiefonds, der es im Herbst 2019 unter die Top3 geschafft hat: Klima- und Energiefonds-Geschäftsführer Ingmar Höbarth: „Wir unterstützen mit unserer Initiative Greenstart innovative Köpfe dabei, ihre nachhaltigen Technologien und Dienstleistungen erfolgreich am Markt zu etablieren und so zur Energiewende beizutragen.

Österreichisches Know-how in diesem Bereich ist weltweit gefragt – wie Plasticpreneur das jetzt vorzeigt. Sie haben unglaublich schnell auf die aktuelle Situation reagiert und sind damit Gewinn für Standort und Beschäftigung!“

Marktplatz Innovation: Das plasticpreneur Face Shield findet sich auch auf dem Marktplatz Innovation der IÖB-Servicestelle. Der Markplatz ist virtuelles Schaufenster für verwaltungstaugliche Innovationen und Vertriebskanal zu öffentlichen Auftraggebern.

So funktioniert es

Mit dem Produktions-Kit kann Plastikmüll geschreddert und in neue Formen (wie bspw. ein Face Shield Rahmen) gepresst werden – so können dringend benötigte Produkte dort wo sie fehlen einfach und lokal hergestellt werden.

Plasticpreneur: Was vor der Corona-Krise war

Das Team von plasticpreneur erzeugt aus Plastikmüll  neue Produkte. Das spart wertvolle Ressourcen und damit auch CO2. Nebenbei wird die Umwelt von Abfall befreit.

Die Idee kam in Uganda – dort erlebte plasticpreneur-Gründer Sören Lex vor einigen hautnah das gravierende Problem mit dem Plastikabfall. Seine Idee: Man könnte die Kunststoffabfälle nutzen, um damit vor Ort einfache neue Produkte herzustellen. „So bekommt der Abfall einen Wert und wird gesammelt statt weggeworfen. Arbeitsplätze entstehen und es können Dinge hergestellt werden, die im alltäglichen Leben in Afrika fehlen oder für die Menschen unerschwinglich sind“, erklärt Lex.
Kunststoffrecycling als Chance für Mensch und Umwelt plasticpreneur entwickelt einfach herzustellende und kostengünstige Maschinen zur Verarbeitung von Plastik(müll).

Mit deren Hilfe lassen sich aus Plastik völlig neue Gebrauchsgegenstände herstellen, die im alltäglichen Leben in Afrika – aber nicht nur dort – fehlen oder für die Menschen unerschwinglich sind. Die Idee kam an und die Nachfrage stieg und stieg: Mittlerweile werden bereits eine Menge an Linealen, Rechenschiebern, Schultaschen und Wäschekluppen hergestellt – und nun eben auch Gesichts-Schilder, die als Schutz während der Corona-Krise eingesetzt werden.

INFObox: Mit der Initiative greenstart setzt der Klima- und Energiefonds erstmals auf Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen. Ziel ist es, grüne Geschäftsideen in den Bereichen Energieeffizienz, Erneuerbare Energien, Mobilität und Landwirtschaft zu finden. Durch Workshops, Coachings und finanzielle Unterstützungen werden aus den vielversprechendsten Ideen praxistaugliche Geschäftsmodelle entwickelt.