Kategorie Energie - 12. September 2022

Mission11: Gemeinsam sparen wir 11 % Energie!

Die Welt ist im Umbruch: Nahezu täglich halten uns die fortschreitende Klimakrise und der schreckliche Angriffskrieg Russlands in der Ukraine vor Augen, wie wichtig die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern für unser weiteres Auskommen sind. Mit mehr erneuerbaren Energien werden wir diese Unabhängigkeit stärken und weiterhin unsere ehrgeizigen Ziele zur Energiewende verfolgen: Klimaneutralität in Österreich bis 2040 sowie bis 2030 einen bilanziellen Gesamtstromverbrauch zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen.

Auf diesem Weg sind auch der sorgsame Umgang mit wertvoller Energie sowie auch viele Maßnahmen zum Energiesparen und zur Energieeffizienz notwendiger denn je.

Mission 11. Gemeinsam sparen wir 11 % Energie!

Die vier Millionen Haushalte in Österreich haben 2021 90 Terawattstunden an Energie für Wärme und Strom verbraucht. Hinzu kamen etwa weitere 120 Terawattstunden für die Industrie, das produzierende Gewerbe, Handel und den Dienstleistungsbereich sowie nochmal 114 Terrawattstunden Energieverbrauch im Verkehr. Zur Erinnerung: Eine Terawattstunde (TWh) bedeutet eine Milliarde Kilowattstunden (KWh). Allein Österreich verbrauchte im vergangenen Jahr über 330 TWh.

Diese gewaltige Zahl mit kleinen Energiespartipps zu senken, hat sich die Mission11 auf die Fahnen geheftet. Als große gesamtgesellschaftliche Aufgabe lassen sich so gemeinsam in unseren Wohnungen, unseren Häusern, in unseren Städten und Gemeinden, im Verein oder am Arbeitsplatz sowie auch bei den meisten Unternehmen viele Möglichkeiten zum Energiesparen entdecken. So kann ganz ohne Investitionen im alltäglichen Leben mit einfachen Mitteln sehr viel Energieverbrauch vermieden werden. Das ist zum einen gut fürs Klima und schont andererseit auch die Finanzen.

 

Die österreichische Energieagentur hat dazu Musterhaushalte untersucht und abgeschätzt, wie viel Energie wir zuhause und in unserem Alltag einsparen können. Das Ergebnis: Wenn alle vier Millionen Haushalte an einem Strang ziehen, können wir etwa 11 Prozent des derzeitigen Verbrauchs einsparen – und zwar jeder und jede nach den persönlichen Möglichkeiten, die einen mehr, die anderen weniger. Und das mit kleinen Verhaltensänderungen, einfachen Handgriffen und vor allem ohne großes Geld in die Hand zu nehmen. Die Zahl 11 wird deshalb in unserer Energiesparkampagne zur gemeinsamen Mission.

Die 11 Top-Energiespartipps

Jetzt Energiesparpofi werden: Alle Informationen rund ums Energiesparen sind ab sofort unter Mission11.at zu finden.

Heizen

  1. Raumtemperatur absenken

Den größten Einfluss auf den Verbrauch hat die Temperatur in den beheizten Räumen. Es macht also Sinn, das Thermometer im Auge zu behalten. Wer an kalten Wintertagen barfuß und kurzärmelig in den eigenen vier Wänden unterwegs ist, hat jedenfalls Einsparpotential. Mit dem Senken der Raumtemperatur um 1°C können bereits sechs Prozent des Energieverbrauchs eingespart werden. Eine Absenkung um 2°C bringen bis zu zwölf Prozent Einsparung

  1. Fenster abdichten

20-25 Prozent der Wärmeverluste eines Gebäudes sind auf undichte Fenster und falsches Lüften zurückzuführen. Gerade in älteren Gebäuden kann man sich kurzfristig für wenige Euros mit Dichtungsbändern aus dem Baumarkt behelfen. Die Fenster müssen sich jedenfalls weiterhin zum Lüften öffnen lassen.

  1. Energieeffizient lüften

Stoßlüften statt Fenster kippen: Mehrmals am Tag fünf bis zehn Minuten lüften vermindert im Vergleich zu dauerhaft gekippten Fenstern den Energieverbrauch, verhindert, dass die Wände auskühlen – es wird somit schneller wieder warm – und vermeidet auch Schimmelbildung. Nicht vergessen: Vor dem Lüften die Heizung oder den Heizkörper abdrehen.

Warmwasser

  1. Duschzeit verkürzen

Im Durchschnitt duschen Österreicher:innen knapp fünf Minuten lang. Dabei werden rund 36 Liter Warmwasser verbraucht. Wer sich vier statt fünf Minuten abbraust, spart 20 Prozent der Energie für die Warmwasserbereitung.

  1. Wassersparende Duschköpfe

Sparduschköpfe reduzieren die maximale Durchflussmenge des Wassers und reduzieren so den Wasserverbrauch.

  1. Wo geht: Kaltes Wasser verwenden

Warmwasser am Waschbecken nur dann verwenden, wenn es nötig ist. Seife erzielt auch mit Kaltwasser ihre Wirkung. Bei einem Hebel darauf achten, dass dieser gänzlich auf Kaltwasser steht.

 

Stromverbrauch

  1. Gefrierschrank abtauen:

Sobald eine Eisschicht im Innenraum sichtbar ist, sollte die Gefriertruhe abgetaut werden, denn fünf Milimeter Eis erhöhen den Stromverbrauch um 30 Prozent. Bei der Gelegenheit kann auch gleich die Temperatureinstellung geprüft werden: zum Tiefkühlen reichen -18°C.

  1. Standby vermeiden:

Haushalte haben durchschnittlich zwischen zehn und 20 Geräte, die dauerhaft auf Standby laufen. Mit einer schaltbaren Steckerleiste oder einem Netzschalter können IT- und Unterhaltungselektronik komplett vom Stromnetz getrennt werden. Das spart bis zu 10 Prozent Strom.

  1. Energiesparprogramme nutzen

Wasser erhitzen benötigt sehr viel Energie. Geschirrspüler oder Waschmaschine daher immer voll beladen und bei möglichst geringen Temperaturen bzw. im Ecoprogramm laufen lassen. Trotz der längeren Waschzeit braucht das weniger Strom.

  1. LED-Lampen nutzen

LED-Lampen haben eine 15- bis 20-fach höhere Lebensdauer als klassische Glüh- und Halogenbirnen und sparen über die Lebensdauer gerechnet bis zu 90 Prozent Strom ein.

Mobilität

Spritsparende Fahrweise

Bis zu 15 Prozent des Spritverbrauchs können durch einfache Maßnahmen wie etwas langsamer, niedertourig und vorausschauend fahren, früh hochschalten, Motor bei Stopp abstellen oder Reifendruck prüfen, eingespart werden.

Warum gerade diese Tipps?

Was bringen kleine Maßnahmen wie Deckel auf den Topf? Viel, wenn alle mitmachen. Ein Beispiel: Wer einen zur Größe der Herdplatte passenden Topf verwendet, nur so viel Wasser nimmt, wie man unbedingt benötigt, den Deckel auf den Topf setzt und die Restwärme nutzt, kann bis zu 50 Prozent des Energieverbrauchs fürs Kochen einsparen.

Die Mission 11 setzt also bei den kleinen Dingen des Alltags an. Auf der Kampagnenwebsite mission11.at werden ausschließlich Einsparungen angeregt, die durch Verhaltensänderungen und sehr kleinen Investitionen umgesetzt werden können. So kommen wir alle am besten in den Energiesparmodus.

Energiesparen in den Köpfen

Laut einer aktuellen Befragung von TQS im August[1] liegt das Thema Energiesparen 77% der Menschen in Österreich am Herzen. Zwei Drittel (65%) geben an, dass sie in den vergangenen Monaten etwas zum Thema „Energiesparen“ gesehen, gelesen oder gehört haben. Das eigene Wissen dazu wird von einer knappen Mehrheit als eher bis sehr groß eingeschätzt (54%). Generell meinen die Befragten, dass sie mit Energiespar-Themen mittelmäßig vertraut sind. Beim tatsächlichen Verhalten zeigt sich allerdings noch ein großes Potential. 17% der Befragten sind der Meinung, dass Energiesparen nichts bringt.

Energierverbrauch im Haushalt

Der Energieverbrauch eines Haushalts hängt von vielen Umständen, wie etwa von Größe und Zustand des Gebäudes, Ausstattung, Anzahl und Gewohnheiten der Bewohner:innen, ab und kann stark variieren. Grob betrachtet teilt sich der durchschnittliche Energieverbrauch etwa so auf [2]:

  • 50 Prozent Heizen
  • 10 Prozent Haushaltsgeräte
  • 10 Prozent Warmwasser
  • 30 Prozent Mobilität

[1] TQS Research & Consulting, Umfrage mit 2200 Österreicher:innen repräsentativ nach Alter, Geschlecht und Bundesland von 19.-28.8.2022
[2] Statistik Austria, Nutzenergieanalyse 2020, Stand 10.12.2021, Berechnungen Österreichische Energieagentur; Annahme: 4 Mio. Hauptwohnsitze; Nebenwohnsitze werden nicht berücksichtigt