22. April 2021

Tag der Erde: BMK gibt Startschuss für österreichweites Monitoring der Artenvielfalt

Anlässlich des Internationalen Tages der Erde gibt das Klimaschutzministerium (BMK) den Startschuss für ein österreichweites Biodiversitätsmonitoring. Damit werden erstmals die Grundlagen für ein systematisches und flächendeckendes Monitoring zum Zustand der heimischen Natur entwickelt und ein genauer Überblick über die Arten- und Lebensraumvielfalt in Österreich geschaffen.

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„Die Biodiversitätskrise ist neben der Klimakrise die zweite große Herausforderung unserer Zeit“, so Klimaschutzministerin Gewessler. „Eine vielfältige Natur ist unsere Lebensversicherung – sie ist die Grundlage für unsere Lebensmittel, unsere Baustoffe und unsere Medizin. Damit wir diese Lebensversicherung künftig besser schützen können, werden wir sie genau beobachten.“ Der heutige Startschuss für das österreichische Biodiversitätsmonitoring sei ein wichtiger Schritt zum Schutz und Erhalt unserer Natur.

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Das geplante Monitoring soll wissenschaftliche sowie vollständige Daten und Fakten zum Zustand der heimischen Artenvielfalt liefern. Dabei wird auch auf die vielfältigen, bereits bestehenden Monitoringsysteme für einzelne Ökosysteme, Tier- oder Pflanzenarten aufgebaut werden. Lücken und Schwachstellen der bisherigen Systeme werden geschlossen. Im Zuge des neuen Biodiversitätsmonitoring sollen auch regelmäßige Berichte zum Zustand der Artenvielfalt in Österreich erstellt werden.

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler: „Gerade am heutigen Tag der Erde machen wir darauf aufmerksam, dass eine intakte Natur keine Selbstverständlichkeit ist. Wenn wir unsere Arten erhalten wollen, müssen wir auf sie aufpassen. Der Grundstein dafür ist das Wissen über die Entwicklung der Biodiversität. Das schaffen wir jetzt.“

Für das Biodiversitätsmonitoring ist auch eine enge Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern geplant. Zudem sollen auch Daten aus Projekten von Bürgerinnen und Bürgern – sogenannte Citizen Science Projekten – mit einbezogen werden.

Verzehnfachung des Biodiversitätsfonds

Zum Schutz der Artenvielfalt und für eine lebenswerte Zukunft wird auch der neue Biodiversitätsfonds künftig mit 50 Millionen Euro gefördert. Die deutlich erhöhten Mittel werden über den EU-Wiederaufbaufonds direkt in den erst heuer geschaffenen Fördertopf fließen.  Seit Ende März ist der Biodiversitätsfonds für Einreichungen offen und soll mithelfen, die Natur und Vielfalt Österreichs zu schützen und zu erhalten, zudem der Unterstützung der österreichischen Biodiversitätsstrategie 2030 dienen. Entsprechende Projekte können im heuer mit fünf Millionen Euro dotierten Fonds um Fördermittel ansuchen. „Wir freuen uns über jedes einzelne Projekt, das wir mit dem Biodiversitätsfonds fördern können“, sagte Gewessler.

Mit dem Biodiversitätsfonds hat das BMK eine Förderschiene geschaffen, die zur Umsetzung der österreichischen Biodiversitäts-Strategie und Erreichung der österreichischen Biodiversitäts-Ziele beitragen soll. Der Hintergund ist so schlicht wie drastisch zugleich: In den vergangenen Jahren konnte der seit Jahren fortlaufende Trend des Verlustes der Artenvielfalt trotz zahlreicher Bemühungen und Erfolge in einzelnen Bereichen nicht gestoppt oder umgekehrt werden – global nicht, in der Europäischen Union (EU) nicht und auch in Österreich nicht.

Eine dramatische Entwicklung, die besonders Österreich, das mit seinen rund 68.000 Arten zu den artenreichsten Ländern Mitteleuropas zählt, hart trifft. Biodiversität sichert unsere Lebensgrundlagen und ist eine zentrale Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung. Das Wohlbefinden und die Gesundheit der Menschen hängen ebenso von der Natur, ihrer Vielfalt und ihren Ökosystemleistungen ab wie zahlreiche wirtschaftliche Unternehmen und somit auch viele Arbeitsplätze. Intakte Ökosysteme tragen zudem zur Klimaregulierung bei und bieten Schutz vor vielen Naturgefahren. Der Erhalt der biologischen Vielfalt zählt so gemeinsam mit dem Klimaschutz zu den dringensten Umweltagenden unserer Zeit.

Erst kürzlich ist Österreich auf Initiative von Klimaschutzministerin Gewessler zudem der internationalen Allianz für Biodiversität beigetreten und zählt damit zu einer Gruppe von über 50 Ländern, die sich für ambitionierte weltweite Natur- und Artenschutzziele einsetzt.

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