Kategorie Energie - 11. Juni 2021

AKW Krško: Österreich beteiligt sich am UVP-Verfahren

Klimaschutzministerin Gewessler warnt vor „enormen Risiken für künftige Generationen“

Österreich wird sich am grenzüberschreitenden UVP-Verfahren zur Laufzeitverlängerung des AKW Krško beteiligen. Die entsprechenden Unterlagen wurden von Seiten des Klimaschutzministeriums am Mittwoch an die slowenischen Behörden übermittelt. Die österreichische Bundesregierung hat in den vergangenen Jahren umfassend auf die Durchführung eines grenzüberschreitenden Verfahrens gedrängt.

Das Atomkraftwerk Krško liegt nur 70 km von Österreich entfernt in einer laut Expert:innen seismisch hochaktiven Region. © APA

„Atomkraft ist gefährlich und birgt enorme Risiken auch für künftige Generationen. Gerade das AKW Krško steht in einer riskanten Erdbebenzone. Das grenzüberschreitende UVP-Verfahren zur Laufzeitverlängerung des AKW Krško ist ein erster wichtiger Schritt – Österreich wird sich hier selbstverständlich beteiligen. Denn Atomkraft verschlingt absurde Geldsummen, die im Ausbau von Erneuerbaren Energien wesentlich besser aufgehoben sind“, betont Klimaschutzministerin Leonore Gewessler.

Nach Vorliegen des Umweltberichts wird die Öffentlichkeitsbeteiligung zur Laufzeiterweiterung des AKW Krško in Österreich voraussichtlich im Sommer starten. Darüber hinaus wird das Klimaschutzministerium eine Fachstellungnahme beauftragen, die insbesondere die Risiken durch die Erdbebenzone genau prüfen wird.

Das AKW Krško liegt rund 70 Kilometer von Österreich entfernt. Umweltschützende warnen seit langem vor einer Laufzeitverlängerung des 40 Jahre alten AKW. Ein Team internationaler Geologen hatte erst im April im Auftrag von GLOBAL 2000 auf die erhöhte Erdbebengefahrt hingewiesen. Krško sei demnach das am stärksten erdbebengefährdete Atomkraftwerk Europas. Nach Auskunft der Geolog:innen liegt es in einer hochaktiven Erdbeben-Zone zwischen drei plattentektonischen Einheiten.

Sowohl das Krško-Becken als auch die 40 Kilometer entfernte kroatische Hauptstadt Zagreb waren bereits in der historisch überlieferten Vergangenheit von schweren Erdbeben betroffen. Eine umfassende paläoseismologische Untersuchung des Reaktor-Standorts bis in frühere geologische Zeiten fand bis heute nicht statt.

Die Expert:innen um den Wiener Geologen Roman Lahodynsky und den italienischen Geologen und Seismologen Livio Sirovich erachten schwere Erdbeben der Magnitude von 6,6 in der Region für möglich. Im Dezember des vergangenen Jahres wurde das AKW Krško nach einem Erdbeben in Kroatien mit der Stärke 6,4 automatisch heruntergefahren.

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