Kategorie Klima- & Umweltschutz - 3. Mai 2024

Biodiversitäts-Fonds legt Schwerpunkt auf neue Naturschutzgebiete

27 Millionen Euro zum Schutz der Artenvielfalt – Schutzgebiete in Österreich sollen ausgeweitet werden – Förderung startet Anfang Mai

Der Biodiversitäts-Fonds des Klimaschutzministeriums (BMK) legt im heurigen Jahr einen Fokus auf die Ausweitung der Schutzgebiete in Österreich. Mit 27 Millionen Euro wird die Errichtung neuer Gebiete und die Ausweitung bestehender Schutzzonen unterstützt. Damit soll die herausragende Artenvielfalt in unserem Land mehr Flächen zur freien Entfaltung bekommen. Finanzielle Unterstützung für das Projekt kommt auch aus dem EU-Aufbauplan.

© Nationalpark Kalkalpen

Die Förderung richtet sich an Länder, Gemeinden und bestehende Schutzgebiete. Wichtig für die neuen Flächen ist, dass dort auch besonders schutzwürdige Lebensräume und Arten vorkommen. Bei einem Besuch im Nationalpark Kalkalpen haben sich Klimaschutzministerin Leonore Gewessler und die Vorsitzende der Biodiversitätsfondskommission Astrid Rössler von der hervorragenden Arbeit in den österreichischen Nationalparks überzeugt.

 

„Unsere Natur ist einzigartig. Im Nationalpark Kalkalpen leben Luchse, Wanderfalken und die ältesten Buchenwälder unseres Kontinents. Diese Vielfalt ist beeindruckend und beweist: Die Umwelt hat unseren Schutz verdient. Das geht nur, indem wir ihr Raum und Rückzugsorte geben. Mit 27 Millionen Euro unterstützt der Biodiversitäts-Fonds nun die Einrichtung von solchen geschützten Flächen. Damit machen wir nun einen großen Schritt zur Ausweitung der heimischen Naturschutzgebiete“, so Klimaschutzministerin Leonore Gewessler.

„Wir müssen erkennen, dass Artenschwund und Lebensraumverlust nur durch langfristig gesicherte Naturschutzmaßnahmen gestoppt werden können. Genau deshalb sieht das aktuelle Förderprogramm neben ökologischen Verbesserungen auch den Ankauf oder einen mindestens 30-jährigen Pachtvertrag für neue Schutzgebietsflächen vor“, bestätigt Astrid Rössler, Umweltsprecherin und Kommissionsvorsitzende des Biodiversitätsfonds.

Aktuell sind in Österreich rund 29 Prozent der Landesfläche in unterschiedlichen Kategorien mit unterschiedlich strengen Schutzauflagen geschützt. Dabei bilden die heimischen Schutzgebiete faszinierende Bandbreite an Lebensräumen ab. Von hochalpinen Berggegenden bis zu den Salzlacken im Steppengebiet rund um den Neusiedlersee. Die österreichische Artenvielfalt ist ein wichtiger Naturschatz des Landes – und die neue Förderung soll einen noch umfassenderen Schutz gewährleisten.

Der österreichische Biodiversitäts-Fonds wurde im Jahr 2021 eingerichtet und unterstützt den Erhalt der heimischen Artenvielfalt. Er wird unterstützt mit finanziellen Mitteln aus dem EU-Aufbaufonds RRF. Erstmals fördert er nun gezielt neue Schutzgebiete. Die Förderung startet Anfang Mai, Einreichungen sind bis Ende September möglich. Unterstützt werden dabei unterschiedliche Kategorien von Schutzgebieten: Von Biosphärenparks über Naturparks bis zu Wildnisgebieten und Nationalparks.

Details der Schutzgebiete-Föderung: Gefördert werden Projekte zur Errichtung neuer sowie zur Erweiterung bestehender geschützter Flächen, deren Management und Vernetzung. Damit wollen wir einen Beitrag zum Erreichen unserer internationalen Artenvielfaltsziele leisten. Die Förderung soll auch dabei helfen, den Anteil an streng geschützten Flächen (Wildnisgebiete und Nationalparks) von aktuell rund drei Prozent zu erhöhen.

Die Förderung ist mit 27 Millionen Euro dotiert, entsprechende Projekte können von 6. Mai bis 30. September 2024 einreichen.

Gefördert werden kosten für Kauf, Pacht oder Vertragsnaturschutz der Fläche. Voraussetzung ist jedenfalls eine mindestens 30-jährige Vertragslaufzeit.

Die Projekte müssen bis Ende 2025 umgesetzt sein um eine schnelle Wirksamkeit zu erhöhen. Bis dahin muss das Gebiet einen offiziellen Schutzstatus erreich haben.

Die Schutzwürdigkeit des Gebietes muss nachgewiesen werden – etwa durch das Vorkommen von streng geschützten Arten. Auch Lebensraumvernetzungskorridore können eingereicht werden.